H2C Geschichte

Der Verein: Die Home2Crew wurde 2008 gegründet. Sie umfasst ca. 40 Mitglieder im Alter zwischen 18 und 26 Jahren. Ein fünfköpfiger Vorstand führt die laufenden Geschäfte und vertritt den Verein nach aussen. Fast alle Mitglieder stammen aus dem Oberbaselbiet.
Ziele: Es ist uns ein Anliegen, jegliche Kulturen auf unterschiedlichste Weise im Oberbaselbiet zu fördern. Neben Hip-Hop, was für uns vor allem Graffiti, Rap und DJ’ing bedeutet, möchten wir aber auch offen bleiben für Weitere, vor allem urbane Kunstströmungen. Ob intern, in Zusammenarbeit mit anderen Organisationen, oder aber auch in Form von Unterstützungen externer Projekte, kennt unser Engagement keine Grenzen. Ausserdem ist der Just a Jam ein in unseren Statuten fest verankerter Anlass jeweils am Ende des Sommers.

Der Verein – Grundstein
Wir schreiben das Jahr 2005. Die Öffentlichkeit interessiert sich gerade für „Schnappi, das kleine Krokodil“ und die Verhaftung Saddam-Husseins. Zu dieser turbulenten Zeit beschliessen einige Sekundar-Schüler, ihre Wochenenden nicht mehr zu Hause vor der Flimmerkiste zu vertrödeln. Sie wagen Schritte in die Welt hinaus, auf der Suche nach Parties, vor allem aber einfach nach dem Neuen. Doch, welche Ausgangsmöglichkeiten hat ein Haufen 14-jähriger, die sich nicht mit der Musik der örtlichen Jugi anfreunden wollen? So besetzte man nach und nach öffentliche Plätze in Sissach, was wiederum bald auf öffentliches Interesse und deren Abneigung stiess. Der Grundstein war also gelegt und ein Fundament geschaffen, auf dem sich einiges aufbauen liess.
1. Rümli
Bereits etwas früher wuchs eine weitere Gruppe im sissacher Hinterland heran. Diese mietete sich 2006 ein Rümli in Gelterkinden an. Bald also wurden in Gelterkinden Mics mit Soundanlagen verkabelt. Zu dieser Zeit nahm in Sissach alles seinen Lauf. Die glorreichen anfänglichen Zeiten waren vorbei. Zusammenstösse mit der Polizei und Gebäudewärter machten das Wochenende auf den Sissacher Schulhausplätzen etwas unangenehmer. Unter Teils ungeklärten Umständen begannen einige dieser Sissacher-Jugendlichen bald den Kontakt mit den Rümlibesitzern in Gelterkinden zu suchen. Dort wurde mittlerweile nicht mehr nur gefreestylet bis die Zungen wund waren sondern auch Filzstifte und Papier gehörten zur festen Ausstattung des Rümlis. Vermutlich waren dort auch bereits einige Cans vorhanden, für allfällige Aussendienst-Einsätze. Immer öfters begannen nun auch die Sissacher an ihren Reimkünsten zu feilen und ihren Wortschatz in Freestylesessions auszubauen. Im Sommer 2007 spitzte sich die Situation in Sissach zu. So kam es dazu, dass die beiden Gruppen gemeinsam zu einer Sitzung mit dem Gemeinderat aufgerufen wurden. Man übernehme keine Verantwortung für sein Handeln, war der Hauptvorwurf an die Jugendlichen. Allerdings hatte diese Sitzung ein fruchtbares Klima und es wurde zur Kenntnis genommen, dass man weder in dem Alter, noch mit diesen Interessen irgendwo anderes hingehen kann. So umgehend wie eine staatliche Einrichtung es eben kann, wurde den Jugendlichen in einer Zivilschutzanlage bei der Sekundarschule, ein Raum zur Verfügung gestellt. Dies traf sich gut, denn der Keller in Gelterkinden wurde zu diesem Zeitpunkt bereits umgebaut und war nicht mehr als Rümli benutzbar.
2. Rümli
Zwischen Herbst 2007 und Frühling 2008 agierte aus diesem Luftschutzkeller die Gruppe, welche später die Gründer der Home2Crew ausmachten. Die Kreativität wurde immer essentieller und nächtelang wurde hier der Baselbieter Dialekt in Freestylesessions verarbeitet und in Reime umgesetzt. Erstmals wurde auch im grösseren Stil Buchstaben verformt und verziert. Graffiti und Rap dienten als Rückgrat für die Verwandlung der zusammengewürfelten Gruppen in eine Einheit. Weil die Zivilschutzanlage für die Fussball-EM, welche in der Schweiz in diesem Jahr stattfand, als Fan-Unterkunft genutzt wurde, musste sie leider im Frühling 2008 wieder geräumt werden.
Hip-Hop-Jam
In der darauf folgenden Zeit, trennten sich die Wege der zukünftigen Vereinsmitglieder etwas. Ein Rümli gab es nicht mehr, die Basis war weggefallen. Allerdings waren die Umstände nun um einiges angenehmer, denn die Gruppe wurde älter und das Wochenende beschränkte sich längst nicht mehr auf Rümli-Chillereien. Trotzdem wurden nochmals einige Sessions an öffentlichen Orten in Sissach abgehalten. Dies führte zum Kontakt mit einem Streetworker. Gemeinsam mit ihm (Stiftung Jugendsozialwerk Blaues Kreuz BL) wurde bald ein Projekt gestartet: Hip-Hop-Jam Sissach. Einige Planungsfehler führten im Nachhinein zu scharfer Kritik in den Medien, und somit zu einem weiteren Gespräch mit dem Gemeinderat. In dieser Sitzung, im Spätherbst 2008 wurde den späteren Vereinsinitianten klar vor Augen geführt, dass man als Verein einfach mehr Möglichkeiten hat. Zu diesem Zeitpunkt hatten wir dank Vitamin B bereits ein neues Rümli in Aussicht, welches wir im September beziehen konnten. Der Entschluss stand aber bereits fest: Man wollte weitere Events veranstalten, aber dieses Mal eigenständig!
3.Rümli und erste GV
Am 21. September 2008 wurde das neue Rümli in Zunzgen eingerichtet. Und bald danach wurde das Projekt der Vereinsgründung in Angriff genommen. Im neuen Rümli begann die Gruppe aufs Neue sehr stark zusammen zu wachsen und dank ausreichender, technischer Versorgung konnte hier auch endlich das Dj’ing, als weiteres Element, gemeinsam praktiziert werden. Am 13. Dezember 2008 versammelte man sich beim zukünftigen Präsidenten zu Hause um die erste Generalversammlung abzuhalten. Die Geburtsstunde der Home2Crew war gekommen. 35 Mitglieder schrieben sich das Fördern der Hip-Hop-Kultur im Oberbaselbiet auf die gemeinsame Fahne.

Die Revision

Als sich die Vereinsmitglieder, am zweiten Advent des Jahres 2012 an die kreisförmig angeordneten Tische setzten drang das diffuse Dezemberlicht kaum durch die grossen Fenster. Es hatte sich einiges getan seit 2008. Zwei Hip-Hop-Workshops mit insgesamt fast 60 teilnehmenden Kindern und Jugendlichen wurden durchgeführt, der dritte „Just A Jam“ hatte solch einen Besucherandrang, dass er aus allen Nähten zu platzten drohte und fünf „Barock Sessions“ hatten erfolgreich das Sissacher-Rap-Stammpublikum unterhalten. Nach wilden Diskusionen über die Zukunft, die Vergangenheit und über Weihnachtsguezli, besonnten wir uns wieder darauf, weshalb wir den Verein damals gegründet hatten. Wir wollten gemeinsam etwas erreichen. Sei es das Organisieren von Workshops, Jams oder auch nur Grillparties hinter unserem Rümli. Mit diesen Gedanken im Hinterkopf haben wir uns entschieden den Zweck des Vereins umzuschreiben um nicht mehr Szenengebunden zu sein, sondern aktiv und mit neuem Elan uns anderen Kulturen zu widmen.

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